Jede nonna (Oma) in Italien, die etwas auf sich hält, bereitet ihren Lieben im späten Frühjahr eine „pasta verde“, grüne Nudeln mit feingehackten Brennesselblättern. Sie pflückt sie frisch, wäscht sie heiß, kocht sie kurz auf oder rollt mit dem Nudelholz über die Blätter, denn dann verlieren sie ihr Brennen und sind nur noch gebündelte Energie – wertvoll wie kaum ein anderes „Un“-Kraut.
Brennesseln sind besonders chlorophyllhaltig und so voller Vitamine (B, C, K), Mineralien und Enzyme, Bitter- und Gerbstoffe wie wenig andere Heilpflanzen. Zu den weiteren elementaren Inhaltsstoffen zählen: Kalzium, Kalium, Eisen, Kieselsäure, Carotinoide und ein hoher Gehalt an Flavonoiden. Sie sind auf ideale Weise das, was der Volksmund „Blutreiniger“ nennt. Die Blätter enthalten zweimal soviel Eisen, fünfmal soviel Kalzium und sogar sechsmal soviel Vitamin C wie Spinat.
Längst ist die Brennessel anerkannt als Heilpflanze für Rheumatiker, Arthritiker und Gichtkranke. Blutarmen hilft ihr Eisengehalt auf die Sprünge und Brennesseltinktur (Apotheke) gilt als Kopfhautmedizin. Sie wirkt entzündungshemmend, harntreibend und krampflösend.
Unsere Augen sind durch ihre feinen und feinsten Blutgefäße besonders auf gesunde – und möglichst natürliche – Nährstoffe angewießen. Die blutreinigende Wirkung der Brennessel unterstützt und fördert die Augengesundheit ganz vorzüglich.
Die ideale Erntezeit ist von Juli bis September. Bei der Ernte sollten Sie am besten junge Pflanzen wählen, da ältere Nesseln deutlich mehr Gerbstoffe enthalten und dadurch bitter schmecken.
Für Brennessel-Spinat werden die jungen Blattschößlinge überbrüht oder kurz gekocht und grob gehackt. Dann gibt man in Butter geschmälzte Zwiebeln und etwas frischen Knoblauch dazu und schmeckt mit (Meer)Salz und etwas Rahm ab.
Für frischen Brennessel-Tee übergießt man eine kleine Handvoll Blätter mit einem halben Liter heißen, nicht mehr kochenden Wasser und läßt den Tee etwa fünf Minuten ziehen. Danach werden die Blätter aus dem Wasser entfernt.
Nutzen Sie die frei zugänglichen Heilkräfte aus der Natur und lassen Sie sich vom Schatz der Gartenapotheke inspirieren!
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Über die Autorin Irmgard Siersch
Irmgard Siersch ist Augenoptiker-Meisterin und Visualtrainerin in Bad Aibling. Über 20 Jahre lang hat sie Augen vermessen und Sehhilfen angepasst, bis sie eines gelernt hat: Wir haben mehr Einfluss auf unsere Sehkraft, als die meisten denken. Heute zeigt sie Erwachsenen, wie sie ihre Augen trainieren und im Alltag wieder mit mehr Leichtigkeit sehen.